Endlich wieder kochen?

Einfach wieder kochen?!

Wir kaufen teure Küchengeräte, haben tolle Küchen, es gibt tausende Kochbücher und immer mehr Foodblogs. Im Fernsehen laufen Kochshows und zum Geburstag werden Kochkurse bei Sterneköchen verschenkt. Vegetarisch, asiatisch, vegan, Molekularküche – wir kennen uns heute aus in der Welt des Kochens. In vielen Haushalten gibt es Induktionsherde, Entsafter, Zestenreißer und Nudelmaschinen. Wir wissen welcher Wein zu welchem Essen passt und an unserem großen Esstisch ist Platz für mindestens 6 Gäste…

Und trotzdem kochen immer weniger Leute im Alltag selbst. Laut einer Studie der „Gesellschaft für Konsumforschung“ haben im Jahr 2011 nur noch 67 Prozent der Haushalte täglich warm gekocht, 2005 waren es noch 74 Prozent. Die fehlende Zeit wird oft als Grund angeführt und viele können auch einfach nicht mehr kochen.

Zudem kommt noch hinzu, dass wir Deutschen im europäischen Vergleich sehr wenig Geld für Lebensmittel ausgeben. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2012 nur ca. 11 Prozent des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben. In Frankreich sind es 15 Prozent und Italien 19.

Die Preise für einige Grundnahrungsmittel liegen im Durchschnitt unter ihrem Produktionspreis. Noch dazu wird fast die Hälfte aller produzierten Lebensmittel weggeschmissen.

Ein weiteres Problem ist der steigende Fleischkonsum (im Durchschnitt isst der Deutsche ca. 60Kg Fleisch im Jahr) und die gleichzeitig günstigen Fleischpreise. 1 Kilo Schweinefleisch kostet etw 5 Euro, das ist billiger als manches Obst und Gemüse.

Wir haben immer weniger Bezug zu unseren Nahrungsmitteln – das könnte eine Ursache sein. Manchmal wissen wir gar nicht so genau, was wir essen und wo die Lebensmittel herkommen. Wir beschäftigen uns nicht damit und schaden damit der Umwelt, den Bauern, den Tieren und uns.

Es hätte also viele Vorteile, wenn wir einfach wieder mehr kochen würden.

Wir geben Geld für Kosmetik, Wellness und Fitnessstudios aus, für unsere Schönheit, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Dabei können wir durch unser Essen so viel für uns machen. Wir müssen lernen, unser Essen wieder als etwas Wertvolles zu betrachten.

Und es ist gar nicht so schwer, das Kochen (wieder) in den Alltag einzubinden. Es ist vor allem eine Umstellung der Gewohnheiten nötig und ein bisschen Organisation. Durch Apps und Blogs ist es heute eigentlich sogar noch viel einfacher: Es gibt 10 Minuten-Gerichte, vorgefertigte Einkaufsliste und mobile Rezepte. Wenn man ein paar Grundzutaten immer Zuhause hat, frische Lebensmitteln nach Bedarf dazu kauft, ist es auch zeitlich nicht so aufwendig, wie viele Leute denken. Und, dass frisches, selbstzubereitetes Essen gesünder ist und besser schmeckt, muss wohl gar nicht erwähnt werden. Es steigert die Lebensqualität.

Einmal integriert, kann man es sich anders gar nicht mehr vorstellen. Also: Guten Appetit.

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