Nichts mehr im Kühlschrank: kreatives Resteessen

Nichts mehr im Kühlschrank? Kreatives Restessen

Es ist Sonntag oder man kommt aus dem Urlaub zurück, vielleicht ist es auch einfach schon zu spät zum einkaufen und im Kühlschrank sind nur Reste. Wenn man nicht in einer Großstadt wohnt und keinen 24 Stunden-Supermarkt oder Spätkauf in Fußnähe hat, bestellt man entweder etwas oder fängt an in den Vorratsschränken zu wühlen. So oder so muss man sich dann was überlegen. Und manchmal ist genau das total toll. Neue Kombinationen, neue Geschmacksrichtungen und einfach ein bisschen Chaos. Ein Plädoyer für kreatives Resteessen.

Jeder kennt das. Vom Mittagessen ist noch ein Handvoll Nudeln übrig geblieben, der letzte Rest Gurke liegt im Kühlschrank neben einer halben Tomate und im Küchenschrank sind noch Konserven, die bisher nie so richtig gepasst haben. Bis jetzt.

Neben den praktischen und kulinarischen Gründen für Resteessen, sprechen aber auch noch jede Menge anderer Gründe dafür, unseren Verbrauch und unser Wegwerfverhalten mal genauer zu betrachten:

Unglaublich, aber wahr: Jedes achte Lebensmittel, das wir einkaufen, werfen wir wieder weg.

Leider werden Reste oft so lange aufgehoben, bis man sie wegwerfen muss. Entweder weil man keine Lust hat, an zwei Tagen hintereinander das gleiche zu essen oder weil die Portion viel zu klein ist. Viele Lebensmittel werden auch wegen Druckstellen oder einem knapp überschrittenen Mindesthaltbarkeitsdatum weggeworfen. Jedenfalls werfen wir alle viel zu viel weg. Im Durchschnitt wirft jeder Bundesbürger 81,6 Kilogramm Lebensmittel pro Jahr weg, ergab eine Studie der Universität Stuttgart im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. In dieser Studie heißt es auch, „die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geht davon aus, dass weltweit rund ein Drittel der für den menschlichen Verbrauch produzierten Lebensmittel verloren gehen oder weggeworfen werfen.“

Zudem sollte jeder Einzelne sich darüber Gedanken machen, ob es sowohl ethisch als auch sozial vertretbar ist, Lebensmittel nicht zu nutzen. Denn dadurch wird die Schere zwischen Wohlstand und Armut, zwischen Überfluss und Unterernährung immer größer. Darüber hinaus entstehen unglaublich hohe Kosten für die Gesellschaft und natürlich so auch für jeden von uns. Mehr zu dem Thema kann man in der ganzen Studie lesen.

Was können wir also tun? Spätestens seit Filmen wie „Taste the Waste“ und vielen Berichten und Reportagen wissen wir, dass man selbst schon jede Menge ändern kann und das ohne großen Aufwand. Wir müssen einfach weniger wegwerfen und mehr aus unseren Lebensmitteln machen. So spart man Geld, Zeit und schont auch noch die Umwelt.

Mit der Angst, etwas falsch zu machen, kocht man nicht gut. Man braucht Experimentierfreude.

Man muss sich einfach trauen. Besser als die Lebensmittel sofort wegzuwerfen, ist es in jedem Fall.  Aus weichen braunen Bananen kann man zum Beispiel noch immer einen leckeren Joghurt anrühren, sie in den Kuchenteig kneten oder Pfannkuchen damit machen. Ein halbe sehr weiche Avocado lässt sich ganz schnell zu einem leckeren Brotaufstrich umfunktionieren und warum nicht mal Obst in den Salat schneiden? Oder die restlichen Spaghetti mit in den großen grünen Salat schneiden?

Wenn man sich von festen Rezeptvorgaben löst, gibt es eine unendlich große Vielfalt an Verwendungsmöglichkeiten. Und manchmal entstehen dadurch ganz tolle neue Gerichte.

Ein paar Resteessen:

Reissalat

Wenn noch Reis vom Abendessen übrig ist, kann man damit schnell ein neues Mittagessen machen. Den Reis mit etwas Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermengen und dann mit allen Resten anreichern, die der Kühlschrank so hergibt: Tomaten, Mais, Karotten, Gurke,  Mozzarella, Feta undundund. Alles, was schmeckt darf rein.

Omelett

2 Eier, 1 Scheibe Käse, Speck und eine halbe Tomate sind noch im Kühlschrank? Ist doch super. Das ergibt ein tolles Omelett. Natürlich auch in allen anderen Variationen. Wenn zum Beispiel noch 2 Kartoffeln vom Vortrag übrig sind, kann man diese klein schneiden und auch mit in die Pfanne werfen. Das gleiche gilt für sämtliche Gemüsesorten oder Fleisch.

Pfannkuchen

Egal ob herzhaft oder süß, Pfannkuchen sind immer lecker. Wenn man noch alle Zutaten für einen Pfannkuchenteig hat (Mehl und Milch. Eier dürfen rein, müssen aber nicht), kann man die Pfannkuchen toll verfeinern und füllen. wenn noch Obst übrig ist, lassen sich tolle süße Pfannkuchen backen. Wenn Gemüse, Käse, Wurst oder ähnliches übrig ist, kann man leckere herzhaft gefüllte Pfannkuchenrollen daraus machen.

Schokocrossies aus alter Schokolade

Weihnachtsmänner oder Osterhasen – Irgendwas bleibt immer übrig. Die Schokolade grob hacken und im warmen Wasserbad unter Rühren schmelzen, leicht abkühlen lassen und dann ein paar Cornflakes unterheben. Aus der Masse kleine Häufchen formen und ca. 1,5 Stunden lang abkühlen und fest werden lassen. Lecker.

Tipps:

  • Lebensmittelreste sollten am nächsten Tag verbraucht werden und maximal drei Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.
  • Auf der Seite www.reste-essen.de kann man die Zutaten eingeben, die man noch Zuhause hat und bekommt Rezeptvorschläge.
  • Das Buch „Kreative Resteküche – einfach, schnell und günstig“ der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gibt auf 230 Seiten Tipps, wie man Reste noch einmal neu verwerten kann. Es hat eine praktische Tabelle „Was passt wozu?“, so kann man schauen, welche Zutaten sich gut kombinieren lassen.
  • Weiches Obst kann man fast immer einkochen oder im Sommer Smoothies oder Frozen Yoghurt daraus machen.
  • Nudeln, Kartoffeln, Reis, Couscous – alle dienen toll als Basis für ein leckeres „Allerlei“ mit Gemüse und Fleisch. Der Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt…Auch als kalte Salate schmecken sie toll.
  • Mehl im Vorratsschrank!! Wenn man Mehl da hat, kann man viel machen: Kuchen, Pizza, Pfannkuchen und diese Sachen lassen sich wiederum toll zum Resteessen umfunktionieren.
  • Weiches und nicht mehr so schönes Gemüse kann man gut zu einem Eintopf verkochen oder eine Cremesuppe daraus zaubern.

Wer mehr machen möchte, kann sich bei Taste the Waste anmelden und mitmachen oder so tolle Projekte, wie Culinary Misfits unterstützen. Dort wird die Hälfte der Gemüseernte verwendet, die normalerweise aussortiert wird und gar nicht beim Verbraucher landet, weil Karotten zum Beispiel krumm sind und nicht der Norm entsprechen. Auch die jeweiligen Verbraucherzentralen informieren über das Thema und geben Tipps und auf www.zugutfuerdietonne.de hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz alle wichtigen Infos zumsammengestellt.

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